[Mi-8 Salon]

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Bildquelle: dankend von Jens Sigl

In der Zeit vom 13.05.1968 bis 27.07.1968 befand sich eine Gruppe von Hubschrauberführern und Angehörigen des FID an der Schule für Wirtschaftsflug der Aeroflot in Krementschug zur Umschulung und Typeneinweisung auf den Hubschrauber Mi-8. Unter ihnen waren Hptm. Bach, Hptm. Oehme, Oltn. Burkhardt, Oltn. Röder, Oltn. Bogk und OSL Pötzsch.

Die beiden ersten Mi-8 Salonhubschrauber des HG-31 („397“ und „396“) wechselten am 18.06.1969 von Brandenburg/Briest zur Selbständigen Transportfliegerstaffel STS-29 nach Marxwalde in die 4.Kette mit den Besatzungen:

Major Eberhard Bach - Oberleutnat Manfred Röder - Bordingenieur Hauptman Hans Heinrich und

Hauptman Manfred Oehme - Oberleutnant Klaus Burkhardt - Bordingenieur Stabsfeldwebel Hans Joachim Röseler

Der erste Kommandeur der 4. Kette war Hauptmann Eberhard Bach. Damit war nach 12 Jahren der Aufstellung des Regierungsfliegergeschwaders ein weiterer Schritt zur endgültigen Struktur getan. Eine militärische Staffelstruktur der Hubschrauberkräfte wird jedoch bis zum Ende der NVA nie erreicht sein.

Eine Besonderheit im System der Besatzungen waren die "Strukturmäßigen Besatzungen". Der 1.Hubschrauberführer (1.HSF, Planstelle Oberstleutnant), der 2. Hubschrauberführer (2.HSF, Planstelle Major) und der Bordingenieur (Planstelle Major) waren somit eine streng befohlene Besatzung. Die hohen Dienstgrade waren für Besatzungsmitglieder des fliegenden Personals der NVA eher unüblich. Alle hatten natürlich die höchste fliegerische Leistungsklasse I zu besitzen.

Wie in der gesamten NVA und besonders in den fliegenden Truppenteilen, stand das TG-44 unter Kontrolle der Hauptabteilung I des MfS (Militärabwehr) (in der NVA bekannt als "Abteilung 2000"). Nach deren Kader-Zulassung und einem Prüfungsflug (lt. DV 111/0/009), abgenommen durch den Geschwaderinspekteur, flogen die „Strukturmäßigen Besatzungen“ immer in gleicher Besetzung. Die Anzugsordnung legte fest, dass außer in Manöverzeiten, nicht die Fliegerbekleidung sondern die Ausgehuniform zum Sonderflug angezogen wurde – kurzzeitig befahl Generaloberst Reinhold (Chef LSL/LV) zwar das Fliegen in Kombi. Der Befehl wurde aber nach einem Zwischenfall (Hängenbleiben an Schlaufen der Fliegerkombi in einer Mig21) zurückgenommen. So flog man im Blouson, Uniformhose, schwarzen Halbschuhen und dem Sprechgeschirr (kein Kehlkopfmikrophon). Die in der Truppe vorherrschende Meinung zum Sonderstatus der Besatzungen konnte man da schon nachvollziehen. Nicht zur persönlichen Ausrüstung gehörte allerdings die Pistole M "Makarow", sie war in allen anderen Truppenteilen bei Flügen zu tragen. Die Ausstellung eines „Erlaubnisschein für fliegendes Personal der Nationalen Volksarmee“ und des „Dienstpass“, vergleichbar mit dem zivilen Pilotenschein und dem Diplomatenpass, wurden für mögliche Auslandseinsätze und zur Authentifizierung zwingend ausgestellt.

Staffelkommandeure:

Hptm Eberhard Bach 1969-1973

OSL Theo Pötzsch 1973-1975

Major Eberhard Bach

kurzzeitig OSL Augustiniak 1975-1976

OSL Manfred Oehme 1976-1990