[Mi-8 Salon]

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 Am 01.02.1973 wird aus der 4.Kette die 3.Hubschrauberstaffel mit den weiteren fünf neuen Hubschraubern (975, 974, 973, 972, 971), direkt vom Hersteller aus Kasan an der Wolga. Zu dieser Zeit war Oberstleutnant Theo Pötsch Staffelkommandeur, kam von der AN-2 und übernahm in Brandenburg den Aufbau einer Hubschrauberstaffel.   

Insgesamt wurden in 20 Jahren 26 x Salonhubschrauber Mi-8S (PS) über die Außenhandelsgesellschaft Aviaexport in die DDR geliefert.

Übrigens hatte die DDR bis zu ihrem Ende 1989  im Vergleich mit anderen Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrags die zweitgrößte Mi-8 Flotte (alle Mi-8 Typen zusammengerechnet). Bereits für die INTERFLUG landete am 01.August 1967, ein Jahr vor den ersten militärischen Mi-8, die DM-SPA als erste von insgesamt sieben Mi-8T in Berlin Schönefeld, eingesetzt für den Kranflug und Außenlasttransport (Quelle: Girke; DHS Mi-8).

Die Mi-8S wurden nie aus Kazan abgeholt. Anfangs kamen diese aus Kasachsan (russische Piloten überführten) im INTERFLUG -Anstrich nach Berlin-Schönefeld und wurden von dort nach Marxwalde übergesetzt. Nachfolgende Maschinen kamen gleich nach Marxwalde.

Die neuen Salonhubschrauber kamen immer erst dann, wenn die "älteren" Mi-8S nach einer Laufleistung zuvor noch zur GÜ (Tökoll-Ungarn) gebracht und als Mi-8PS in die Truppenteile abgeben wurden  – das sahen die Verträge mit den Sowjets so vor, sonst hätte man "ja zu viele Mi-8S" in Marxwalde gehabt.
1975 begann ein Erweiterungsausbau von Flugbetriebsflächen in Marxwalde, daher mussten alle Flächenflugzeuge (TU) nach Schönefeld umziehen. Die Mi-8S sicherte in dieser Zeit den Besatzungstransport zwischen Marxwalde und Schönefeld ab. Die Flug-Einsatzzentrale befand sich im berühmten Generalshotel oder auch Millionenpalast genannt (offiziell Sonderabfertigung zum Empfang von Partei- und Staatsgästen der DDR). Erich Honecker wusste den repräsentativen Bau zu schätzen, den ihm die sowjetischen Militärs hinterlassen haben: Kronleuchter, schmiedeeiserne Treppengeländer, Marmor (Saalburger Rot) auf Boden und an Wänden. "Baukosten der Sowjets in Höhe von 3,5 Millionen Mark zu Lasten der Deutschen"...Im Obergeschoss, wo sich die geräumigen General- und die Adjutantensuiten befinden, prangte Baumwolltapete im Neo-Biedermeierstil an der Wand.(Quelle: MOZ 02/2012)